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Solidarität
am Fluss
Hochwasserschutz
ist notwendig und tut doch weh. So zumindest empfinden es die Anlieger
am Rhein oder an anderen großen Flüssen, wenn vor Ihrer Haustür
die notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen ergriffen werden.
Immer wieder
stoßen Planung und Ausweisung von Überschwemmungsräumen
in den Flussauen vor Ort auf Widerstand. Befürchtungen werden laut,
die "neuen Auen" könnten an Wert verlieren und würden
dem Menschen keinen Nutzen mehr bringen. Auch wenn unbestritten ist, dass
die Menschen entlang eines großen Flusses eine Solidargemeinschaft
bilden und der Oberlieger vorrangig den Unterlieger schützen muss,
wird doch die Frage gestellt: "Was habe ich davon mit meinem Unterlieger
solidarisch zu sein? Warum muss ich Flächen aufgeben, ohne dass ich
eine Gegenleistung erhalte?". Verständlich erscheinen diese
Sorgen und Ängste, wenn mit den Rheinauen nur die Begriffe Hochwassergefahr,
Sumpf, Brenneseln und Schnaken in Verbindung gebracht werden können.
Doch dies geht
auch anders. Die Rheinauen haben viel zu bieten, setzt man sie nur ins
rechte Licht. Da gibt es urwaldähnliche Wälder, lauschige Plätze
und eine Vielfalt unterschiedlichster Gewässer. Dazu gesellen sich
Dörfer, die ihre Wurzeln oftmals der Fischerei oder Schifffahrt verdanken
und die sich häufig ein Erscheinungsbild bewahrt haben, das symbolisch
steht für Heimat und Nähe zur Natur. Eine große Anzahl
an Baggerseen sowie ein teilweise schon beachtliches Radwegenetz bilden
weitere Bausteine für eine sanfte naturnahe touristische Nutzung.
Vor dem Hintergrund
der ständig steigenden Bedeutung von Naherholung für uns selbst
und unsere Gäste könnten mit den Rheinauen also durchaus respektable
Werte erwirtschaftet werden.
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